Die "kleine buehne" wurde 1992 ins Leben gerufen und feierte 2017 ihr 25-jähriges Jubiläum.

In diesem Zeitraum konnten wir jedes Jahr unsere kleinen Zuschauer mit einem Weihnachtsmärchen nach den Gebr. Grimm beglücken und unsere großen Zuschauer mit einem oder mehreren Lustspielen. Zahlreiche aktive und passive Mitglieder haben sich in dieser Zeit für unseren Verein engagiert und zur Bekanntheit und zum Erfolg der "kleinen buehne" beigetragen. Ihnen allen danken wir ganz herzlich!

 

Rede von Christina Feilen zum 25. Jubiläum:

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Jubiläumsgäste,

 

durch den Umbau des alten Wiltinger Winzerkellers in ein modernes Bürgerhaus Ende der 1980er Jahre bekam das Wiltinger Vereinsleben neuen Schwung. Nachdem zunächst ein Karnevalsverein gegründet worden war, fanden sich auf Initiative von Hermann Kramp ca. 20 Theaterinteressierte zusammen, die nach einem einjährigen Theatergastspiel im Karnevalsverein „Reblaus“ im Jahre 1992 beschlossen, einen eigenen Theaterverein namens „kleine buehne wiltingen“ ins Leben zu rufen.

 

Bereits im ersten Jahr bei der Reblaus hatten die Theaterenthusiasten einen Lustspielabend und ein Märchen auf die Bühne gezaubert. Besonders mit den Weihnachtsmärchen, die in der Folge alljährlich im Advent kleine und „große Kinder“ verzauberten, hatte der Verein lange Jahre ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der näheren und weiteren Umgebung. Aufgeführt wurden bis heute ausschließlich die Märchen der Gebrüder Grimm, die mit großem Aufwand an Licht-, Ton- und Bühneneffekten in einen weihnachtlichen Kontext hineinversetzt wurden und das Publikum weit über den Kreis Trier-Saarburg hinaus in der Vorweihnachtszeit in das Wiltinger Bürgerhaus lockten. So haben in den 24 Jahren seit Bestehen des Vereins die 12 bekanntesten Grimms-Märchen in über 120 Aufführungen die kleinen Besucher froh gemacht.

 

Auch die alljährlich stattfindenden Lustspiele und Einakter locken zahlreiche Besucher ins Bürgerhaus in Wiltingen, wobei in der Anfangsphase des Vereins, auch um den Bekanntheits-grad zu steigern, etliche „Auswärtsspiele“ durchgeführt wurden. Standen zu Beginn noch vereinzelt Mundartstücke auf dem Programm, so gibt es inzwischen nur noch Stücke in Hochdeutsch mit dem Bestreben, das schauspielerische Potential unserer Spieler auszureizen, unser Publikum zu unterhalten und selbst Spass zu haben. Zudem wurden in den letzten Jahren verstärkt die beliebten Krimdinner ins Programm genommen. Immer wieder gelang es außerdem, durch Jugendtheateraufführungen junge Leute an den Verein zu binden. Erfreulicherweise ist auch eine große Zahl der an der Gründung beteiligten Aktiven immer noch nach 25 Jahren dabei. Insgesamt beläuft sich die Zahl der aktiven Beteiligten auf über 30 Personen, die Gesamtzahl der Mitglieder des eingetragenen Vereins beträgt zurzeit etwa 120 Mitglieder. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus den Erlösen seiner Theateraufführungen und investiert sein Geld nicht nur in oft kostspielige Bühnentechnik, Kostüme und Kulissen, sondern spendet regelmäßig an gemeindliche und soziale Projekte und Institutionen. Dankenswerter Weise stellte die Ortsgemeinde Wiltingen der „kleinen buehne“ einen eigenen Vereinsraum im Bürgerhaus zur Verfügung, in dem auch die Kulissen und Kostüme etc. gelagert werden können. Die „kleine buehne Wiltingen e. V.“ ist noch ein sehr junger Verein, hat aber in den 25 Jahren ihres Bestehens bereits viel auf die Beine gestellt und bewirkt, so dass wir hoffentlich noch mit weiteren 25 erfolgreichen Jahren rechnen können. Vielen Dank!

Johannes Kohl in der Broschüre "kleine bühne back  (on) stage" (2023)

 

Die ganze Welt ist ein Theater...

Die Geschichte der „kleinen bühne“ beginnt als „Reblaus-Theater“ im Jahr

1991. Das erste Treffen von 24 theaterbegeisterten Leuten fand allerdings

schon im November 1990 statt. Schnell wurde klar, dass großes Interesse

an der Gründung einer Theatergruppe bestand. Am 20.04.1991 stand die

junge Gruppe erstmals mit vier Stücken von Karl Valentin und Ludwig

Thoma im Bürgerhaus auf der Bühne.

Weitere Auftritte folgen 1991 beim Pfarrfest, beim Familienfest der

Reblaus und bei der von der Winzerkapelle veranstalteten Kirmes. Im

gleichen Jahr wurde das erste traditionelle Weihnachtsmärchen („Hänsel

und Gretel“) des Vereins aufgeführt, die heute über die Grenzen Wiltingens

hinaus bekannt sind.

Der Erfolg des Reblaus-Theaters sprach sich auch in den umliegenden

Dörfern herum. Es folgten Gastspiele in Schoden, der Saar-Mosel-Halle in

Konz, in Feyen, Tarforst und dem Roscheider Hof.

Die Mitgliederzahlen des Reblaus Theaters stiegen immer weiter an. Aus

den 24 theaterbegeisterten Leuten wurden 46 Mitglieder im Jahr 1992.

Einvernehmlich trennte sich die Gruppe von der Reblaus und gründete am

04.04.1992 die „kleine bühne Wiltingen e.V.“. Seit vielen Jahren arbeitet

die „kleine bühne“ eng mit der Reblaus zusammen, etwa durch

gemeinschaftliche Anschaffungen der Bühnentechnik. 1995 besuchten

erstmals unsere Senior*innen das Weihnachtsmärchen („Dornröschen“) in

einer eigens aufgeführten fünften Zusatzveranstaltung. Bis heute sind sie

jährlich Gast in unserer Hauptprobe und zeigen, dass nicht nur Kinder von

Grimms Märchen in ihren Bann gezogen werden.

Der Erfolg der „kleinen bühne“ wäre ohne das Engagement unserer

Regisseure undenkbar. Besonders zu nennen ist hier „Gründer“ und erster

Regisseur, Hermann Kramp. Er leitete Lustspiel- und Märchenaufführungen

bis zum Jahr 2005, anschließend bis zum Jahr 2018 („Döner, Durst und

Dosenwurst“) Lustspiele. Nach seinem Umzug in die Pfalz ist uns Hermann

aber weiterhin eng verbunden. Matthias Ring ergänzte das Regieteam 2005

und leitete das erste Märchen im Jahr 2006 („Dornröschen“). In seinem

vorerst letzten Stück 2012 wurde das relativ unbekannte, aber spannende

Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ aufgeführt. Iris

Willems und Christina Feilen übernahmen übergangsweise im Jahr 2013 bei

dem Stück Rumpelstilzchen.

Seit 2014 zeichnet sich Jutta Dallevedove für die Regie verantwortlich. Zur

Freude der „kleinen bühne“ wird sie uns auch in diesem Jahr wieder durch

die Märchenzeit führen. Jutta führte bereits im Jahr 2007, im Wechsel mit

Patricia Kohl bei den Regie. Auch Johannes Selders unterstütze uns als

Regisseur bei den Stücken „Kleider machen Leute“ im Jahr 2001 und „Alles

nur Theater“ 2002, zuletzt beim Jubiläumsabend 2012. Immer wieder gab

die „kleine bühne“ auch jungen Schauspieler*innen die Chance, ihr Können

unter Beweis zu stellen. Regie führten dabei Johannes Selders, Lukas

Steinmetz, Matthias Ring und Vanessa Weber-Mischke.

Vorsitzende des Vereins waren Johannes Selders (1992-2003), Jutta

Dallevedove (2003-2009), Kai Schneider (2009-2017) und Christina Feilen

(2017-heute). In vielen Jahren engagierten sich viele weitere Mitglieder

aktiv an der Vorstandsarbeit. Der große Teil dieser Mitglieder ist noch heute

fester Bestandteil der „kleinen bühne“. Ihnen, und allen anderen Helfern

auf und hinter der Bühne, gilt unser Dank.

Im Jahr 2022 erreichte der Verein die Marke von 150 Mitgliedern im Alter

von 13 bis 79 Jahren. Der Theaterverein war in all den Jahren immer fester

Bestandteil des Dorflebens und beteiligte sich etwa an den

Fußballturnieren des Sportvereins, am Dorfpokalschießen und anderen

Veranstaltungen der Wiltinger Vereine. Um das Vereinsleben lebendig zu

gestalten, wurden immer wieder Vereinsfahrten wie etwa in die Pfalz, nach

Köln oder Amsterdam durchgeführt, um nur einige Beispiele zu nennen.

König Drosselbart, 2001

An den Jubiläumsveranstaltungen wurden immer wieder besondere Stücke

auf der Bühne inszeniert, zuletzt 2017 mit einer besonderen Fassung der

Komödie „Unter Bademänteln“. Das Stück wurde bereits im Jahr zuvor

aufgeführt, wegen der großen Nachfrage nochmals wiederholt. Zum 20-

jährigen Jubiläum wurde 2012 ein Theatertag aus verschiedenen Loriot-

Stücken aufgeführt. Im Jahr 2007 bedankte sich die „keine bühne“ zu ihrem

15-jährigem Jubiläum bei allen Mitgliedern mit einer Feier auf der

Geispfifferhütte und begeisterte das Publikum mit zwei Stücken im

Bürgerhaus.

Ihren 30. Geburtstag konnte der Verein aufgrund der Corona-Pandemie

nicht gebührend feiern. Nach zwei Jahren Zwangspause war die Freude auf

unser letztes Weihnachtsmärchen („Frau Holle“) umso größer. Die „kleine

bühne“ hat mit 31 Jahren endlich ihre Jugendzeit hinter sich gelassen. Umso

mehr sind wir darauf angewiesen, dass sich auch in Zukunft genügend

theaterbegeisterte Leute finden, die den Verein weiterhin so lebendig

halten. Gerade das bunte Zusammenspiel unterschiedlichster Charaktere

aus allen Altersgruppen zeichnet unseren Verein seit mehr als drei

Jahrzehnten aus und hält die „kleine bühne“ gesund.

Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen, bei uns mitzuwirken, sei

es auf oder hinter der Bühne. Zögert nicht, uns anzusprechen!